«Niederlenz» oder die Sicht Kurt Martis

Niederlenz
Ställe schlafen mit Automobilen
und Fische sterben im Aabach.
Morgen defilieren die Wiesen
an Schlössern vorbei ins Exil

Kurt Marti aus: Boulevard Bikini

Bereits vor mehr als 50 Jahren hat Kurt Marti einen kritischen Blick auf den Wachtumsglauben auch in unserer Region geworfen. In einem Gedicht mit dem Titel «Niederlenz» hat er die damalige Wachstumseuphorie thematisiert.

Zum Glück – Fischsterben im Aabach gibt es keine mehr. Die zu Autogaragen umfunktionierten Ställe ehemaliger Bauernhäuser sind längst abgerissen oder umgebaut. Das Défilé der Wiesen hingegen ist  auch in Staufen gut sichtbar in den neuen Quartieren, die im Westen entstehen. Wo finden die Wiesen ihr Exil? Was würde wohl Kurt Marti dichten, wenn er unsere Region wieder sähe?

marti

Ernst Weber hat zu Kurt Marti einen Holzschnitt gestaltet mit einem Portrait und Bezügen zu seinen Werken. Und auch der Bezug zu unserer Region ist augenscheinlich.

Der Berner Theologe und Lyriker Kurt Marti (1921 – 2017) war von 1950 – 1960 Pfarrer in Niederlenz und später an der Nydeggkirche in Bern.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s